Artikel
1 Kommentar

So ham

Ich sei ein Samenkorn
geflogen durch die Luft, gelandet im weichen Grün, gehe ich auf,
bricht meine Schale und ich wachse.

Ich sei ein Blatt
gewachsen am Ast meines Baumes, genährt von den Säften der Wurzeln,
zartes Grün, das im Wind schaukelt und meinem Nachbarn zunickt.

Ich sei eine Wurzel
weit verzweigt mit dicken und dünnen Fäden, die sich ins Erdreich vortasten, Nahrung aufnehmen und weiterleiten, die sich verknüpfen und Bande eingehen mit Artverwandten und Liebeleien mit Fremden, damit wir gemeinsam wachsen.

Ich sei ein Wald
Herberge für viele Arten, jede schön und einzigartig, jede an seinem Platz, in seinem Wesen.

Ein Wald
der nährt und ensteht durch die Verbundenheit der Individuen.
Bäume mit Blättern, Nadeln, dick, dünn, jung, alt.
Kronen, die im Wind wiegen und sich biegen.
Blätter, die rauschen und lauschen.
Äste, die knacken und knarzen.

Am Boden weiche Erde, die federt bei jedem Schritt,
ein Teppich, der weicher nicht geknüpft sein könnte.

Wasserläufe, die Altes davon tragen und Neues herbeiführen.
An dessen Säumen junges Grün sich bildet, zaghaft und saftig,
heraustritt aus dem Schatten des Unterholzes, emporstrebt zum Licht.

Ich sei altes, abgestorbenes Holz
das bizarr verbogen und verknöchert auf dem Waldboden verwest, nützlich und wertvoll, denn aus mir erwächst neues Leben.

Mutter Erde!

Alles ist eins.

So ham

1 Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.