Gedichte

Seit einiger Zeit schreibe ich Gedichte.

Bist Du bereit?Am Anfang zaghaft, vorsichtig, nun immer freudiger, spontaner – und mehr und mehr am formalen Aufbau interessiert.

Paarreime, Kreuzreime, Schüttelverse, Versmaß, Kadenzen. Hatten wir das nicht alles in der Schule? Weit hinten in meinem Kopf dämmern Erinnerungen.

Doch damals hatte ich keinen Zugang zur Lyrik. Ich liebte Jane Austen.

Heute aber mag ich die Dichte am Dichten, das Gebündelte weniger Worte, die überraschend einen unendlichen Raum hinter den Zeilen öffnen – und jedem seine eigene Lesart lassen. Verdichtetes Leben. Worte, die stehen, wie Bäume im Wald, fliegen wie Kraniche über die See oder schweben wie Wolken am Himmel. Sie scheinen, sie zittern, sie weinen, sie lachen, sie protestieren, sie schreien.

Ich mag den Rhythmus freier Versfolgen und das atemlose Voranpreschen ihrer Zeilen. Schlagzeugspielen mit Worten.

Ich mag es, mir dichtend Gedanken zu meinem Leben, Erlebnissen und Vorkomnissen zu machen.

Und vielleicht mag das, was dabei herauskommt, jemand von Euch.